Einrichtung von Hitze- und Kälteschutzinseln
Die Fraktion BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN & DIE LINKE beantragt:
- Die Verwaltung zu beauftragen, in den bereits klimatisierten Räumlichkeiten der Stadt und ihrer Tochtergesellschaften dauerhafte oder saisonale „Schutzinseln“ (Wärme- und Kälteschutzräume) einzurichten und bestehende Publikumsbereiche entsprechend zugänglich zu machen beziehungsweise zu bewerben.
- Diese Räumlichkeiten sollen während der regulären Öffnungszeiten sowie bei Extremwetterlagen (Hitzewellen und anhaltender Frost), nach Möglichkeit auch darüber hinaus, als niederschwellige Aufenthaltsorte für alle, insbesondere für von Obdachlosigkeit, Wohnungslosigkeit, Energiearmut oder Prekarisierung betroffener, Mitmenschen zur Verfügung stehen.
- Die Schutzinseln sind so auszustatten, dass sie den Grundbedürfnissen gerecht werden: Unter anderem barrierefreier Zugang, Toiletten, Sitzmöglichkeiten, kostenfreie Trinkwasserversorgung sowie im Winter die Möglichkeit für ein warmes Getränk.
- Die Verwaltung soll zudem beauftragt werden, auf die freien Träger zuzugehen, um die Initiierung eines koordinierten Netzwerks (zum Beispiel kirchliche und soziale Einrichtungen) solcher Schutzinseln zu unterstützen und öffentlich bekannt zu machen.
Begründung
Die Auswirkungen des Klimawandels mit immer extremeren und längeren Hitzewellen im Sommer sowie Phasen extremer Kälte im Winter stellen eine zunehmende Gesundheitsgefahr für die Bevölkerung dar. Besonders hart betroffen sind Obdachlose und wohnungslose Menschen, die den Elementen schutzlos ausgeliefert sind, gleichzeitig verschärft die anhaltende Teuerung und Energiearmut die Lage vieler prekarisierter Mitmenschen. Viele Bürgerinnen und Bürger können sich die Heizkosten im Winter kaum noch leisten oder leben in Wohnungen, die sich im Sommer unerträglich aufheizen.
Da die unmittelbare Gefahrenabwehr für die in Gronau lebenden Menschen eine orginäre Aufgabe der Stadt ist, sehen wir diese in der gesellschaftlichen und ethischen Verantwortung zur Umsetzung entsprechender Schutzmaßnahmen. Durch die Bereitstellung von Räumlichkeiten als „Schutzinseln“ setzt die Stadt ein starkes Zeichen der Solidarität und Mitmenschlichkeit. Diese Räume bieten nicht nur physischen Schutz vor lebensgefährlichen Temperaturen, sondern sind auch Orte der Menschenwürde und unbürokratischen Beistands. Durch Ausnuztung bestehender Infrastruktur in Form von bereits klimatisierten Standorten entstehen keine hohen finanziellen Mehrbelastungen, wie sie bei dem Bau dedizierter Schutzräume entstehen würden.
Wir bitten um Zustimmung, um diese wichtige soziale und gesundheitspolitische Klimawandelanpassungsmaßnahme möglichst zeitnah auf den Weg zu bringen.
Bisheriger Verlauf
- Verwiesen Vorgang im RIS
Der Antrag wurde im Stadtrat beraten als Einstieg in das Thema Hitzeschutz in den Ausschuss für Mobilität, Umwelt und Klimaschutz (MUK) verwiesen.
- Eingereicht
Der Antrag wurde bei der Verwaltung eingereicht.